Flugreisen

Auf den Spuren der Inkas

La Paz – Titicacasee – Cuzco – Machu Picchu

Anreise

Die Reise stand von Anfang an unter keinem guten Stern. Nach dem Tank-Stop in Portugal wollte die DC10 nicht mehr und so verbrachten wir einen Tag in Lissabon, ich bei 35 Grad mit Bergschuhen. Kein Wunder, dass mir ein Joint angeboten wurde. Am nächsten Tag flogen wir endlich nach Venezuela. Hier folgte die nächste Enttäuschung, weil es keinen Anschlussflug nach La Paz gab. Unser Reiseleiter setzte durch, dass wir mit einem „kleinen“ Umweg über Panama nach Bolivien fliegen konnten. Die Flüge mit einem klapprigen Flugzeug der Mexican Air nach Panama und einer ausgemusterten amerikanischen Militärmaschine nach La Paz waren Südamerika pur.  Der Flughafen in La Paz auf einem besseren Krautacker in der  Höhe von fast 4.000 Metern war für einige weniger Höhentaugliche die nächste Herausforderung.  

La Paz und Altiplano

La Paz ist die größte Stadt Boliviens und liegt in einem Talkessel unterhalb des Altiplano. Mit einer Seehöhe von ca. 3.600 Metern ist es der ideale Platz zum Akklimatisieren vor den Bergtouren. Die ersten Tage verbrachten wir in der Stadt und dann ging es für Akklimatisationstouren in ein Hochtal am Alitplano. Es standen zwei leichte 5.000er am Programm. Das Wetter war extrem – am Tag in der Sonne warm und in der Nacht bitterkalt. Der Tee ist im Zelt  über die Nacht gefroren. Mit dieser Vorbereitung machte sich die Bergpartie zum Hausberg Illimani  (6.439 m) auf. Ich machte mit dem Rest der Gruppe auf einen Ausflug in die  3.000 Meter tiefer liegenden Yungas. Auf der Fahrt von La Paz auf der Yungas-Straße über den La Cumbre-Pass (4.650 m) nach Coroico werden auf einer Strecke von rund 63 Kilometern ca. 3.500 m Höhenunterschied überwunden und vom Schnee und Eis auf Höhe des Passes bis zum tropischen Regenwald im Tal fast alle Klima- und Ökozonen Südamerikas durchquert. Wir waren mit einem LKW auf dieser Straße unterwegs – rückwirkend der gefährlichste Teil unserer Andenreise. Die Bergsteiger kehrten erfolgreich vom Illimani zurück und wir heil aus den Yungas. Wir verabschiedeten uns von La Paz und machten uns auf nach Cusco.

Von La Paz (Bolivien) über den Titicacasee (Bolivien/Peru) nach Cuzco (Peru)

Wir mieteten ein Auto samt Fahrer und machten uns auf die Reise nach Puno in Peru.  Das erste Highlight war Tiahuanaco mit dem  berühmten Sonnentor. Die Ruinen zählen zu den wichtigsten archäologischen Stätten Boliviens und gehören seit dem Jahr 2000 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Weiter ging es zum Titicacasee, mit 8.300 Quadratekilometern (entspricht ungefähr der Fläche Kärntens)  der größte See Südamerikas. Durch den See verläuft die Grenze zwischen Bolivien und Peru. Hier gab es das nächste große Problem. In Peru wurde der Nationalfeiertag gefeiert und der Grenzbeamte war im Vollrausch. Gemeinsam mit dem Fahrer gelang es unserem Reiseleiter für den größeren Teil die Einreisestempel zu erhalten, der Rest reiste ohne  Einreisestempel ein. Das wäre beinahe in die Hose gegangen. In Cucso gab es kein Konsulat und so wurde der Rückflug von Lima zum Nervenkitzel. Mit Überredungsgabe und dem Einwurf von Münzen konnten die illegal Eingereisten Peru auch wieder verlassen.  Von Puno ging es mit dem Zug weiter nach Cusco.   Mit 10 Stunden dauerte die Fahrt im Zug recht lange und hatte Verspätung. Das lag daran, dass der Zug auf der  Fahrt über einen 4.300 Meter hohen Pass öfter entgleiste und das Zugpersonal den Zug wieder mühsam in die Gleise heben musste (Situation 1981, mitterweile ist der Zug schon sehr touristisch und die Gleise und Garnituren schon besser). 

Cusco

Cusco war die Hauptstadt des Inkareiches. Die vorkolonialen und kolonialen Baudenkmäler und Sehenswürdigkeiten in der Stadt und ihrer Umgebung und die Lage inmitten der Anden machen sie zum Höhepunkt jeder Reise ins peruanische Andenhochland. Noch heute in Erinnerung sind mir die Kathedrale von Cusco, die auf den Grundmauern eines Inka-Palastes erbaut wurde und die Inka-Festung Sacsayhuamán, etwas ausserhalb der Stadt.

Inka-Pfad nach Machu Picchu  

 

Der Inka-Pfad nach Machu Piccu ist Teil des Inka-Straßensystems, der heute touristisch begangen werden kann. 1981 war er noch ein Geheimtipp unter Globetrottern. Wir fuhren mit dem Zug im Zickzack über einen Pass ins Urubamba-Tal bis zum Kilometer 82. Die Zugsfahrt unter lauter Einheimischen mit ihrem Gepäck (Hühner, Fleischteile … ) war eine Herausforderung, besonders  das Aussteigen aus dem total überbelegten Zug. Über eine Rollfähre aus Pfosten überquerten wir den Rio Urubamba und dann begann unsere 4-tägige Tour nach Machu Piccu. Ausser uns war noch eine fanzösische Gruppe unterwegs. Mit ihnen matchten wir uns um die besten Zeltplätze mit Trinkwasser. Die Strecke führt über drei Gebirgspässe und bietet eine Aussicht auf schneebedeckte Berge und in Schluchten mit tropischer Vegetation. Außerdem liegen mehrere Inka-Ruinen am Pfad, die nur über ihn erreichbar sind.  Das letzte Zeltlager schlugen wir auf dem letzten Pass oberhalb von Machu Piccu auf. Der Weg hinunter in die ehemalige Inkastadt war unbeschreiblich. Wir waren vor den Touristen-Bussen unterwegs und daher völlig allein in den Ruinen unterwegs. Dann stiegen wir ab ins  Urubamba-Tal  und fuhren mit dem Zug zurück nach Cusco.  Der Pfad ist heute  der meistbegangene Pfad in Südamerika und entsprechend reglementiert – wir konnten ihn noch ursprünglich erleben. 

Rückreise

Nach unserem dicht gedrängten Zeitplan wollten wir noch zwei Sechstausender in Ecuador (Cotopaxi und Cimborazo)  besteigen. Durch die Probleme bei der Anreise waren wir schon im Verzug und dann konnte unsere Maschine wegen Schlechtwetter nicht starten. Damit war unser Reiseprogramm abgeschlossen und wir machten uns auf die Heimreise. Der Flieger nach Lima war total überbucht und der Kampf um die Plätze entsprechend brutal. Für den Weiterflug nach Caracas mussten die vier illegal  eingereisten ausreisen. Unser Reiseleiter schaffte es mit Charme und dem Einwurf von Münzen, dass sie auch wieder illegal ausreisen konnten. Die restlichen Tage verbrachten wir  am Karibikstrand in Maiquetia, dem Flughafen von Caracas. Die Luft war draussen,  der Rückflug verlief problemlos und wir waren alle froh, dass die Reise nach vier Wochen zu Ende war.